Aktuelles Schuljahr
Um etwas Großes auf den Weg zu bringen, bedarf es vieler Kräfte. An den Himmelsliegen am Lindenbuck wirkten Schüler, Lehrer, Bürgermeister mit Bauhof und Touristinformation, das Fraunhofer Institut sowie die Firmen Eliquo Stulz und Holzhaus Bonndorf mit. Foto: Martha Weishaar   Ein "Projekt mit Weitblick" entstand im wahrsten Sinn des Wortes mit zwei Himmelsliegen am Lindenbuck. Mit Blick auf die Alpenkette oder aufs Städtchen in der Sonnenschale lässt es sich künftig in bequemer Position auf Bonndorfs beliebtem Hausberg entspannen. Entstanden sind die einladenden Ruhemöbel im Rahmen der Kooperativen Berufsorientierung (KooBo), einer Initiative zur Förderung der beruflichen Orientierung von Jugendlichen.
Realisiert wurden die Himmelsliegen in Zusammenarbeit mit dem Bauhof und der Touristinformation sowie mit Unterstützung der Firmen Eliquo Stulz und Holzhaus Bonndorf.

Die Ideensuche

Auf der Suche nach Projektideen traten Werkrealschullehrer Christopher Bäuerle und die Schüler Gianluca Baccaro, Björn Gantert, Mirko Meier, Jason Paschwitz sowie Robin Wein mit dem Vorschlag einer Informationstafel an Petra Kaiser heran. "Infotafeln haben wir genug", befand jedoch die Leiterin der Touristinformation und schlug stattdessen die Herstellung zweier Himmelsliegen vor. Diese sollten nicht nur stabil, sondern breit genug für zwei Personen, für Große wie auch Kleine bequem, aus wetterfestem Material und, in einem Fall, um 360 Grad drehbar sein. Außerdem wünschte sich Petra Kaiser eine Ablagefläche für Getränke oder Vesper, Haken für Rucksäcke oder Jacken und die Beschriftung "Bonndorf ist traumhaft".

Das war eine schließlich große Herausforderung für die Schüler. Ein ganzes Schuljahr lang bastelten sie an Ideen, Entwürfen und Modellen. Bei Letzteren mussten sie sich mit dürftigen Grundmaterialien begnügen. Ideengeberin Petra Kaiser und der letztlich für die technische Seite zuständige Bauhofleiter Georg Schanz kamen während dieser Phase mehrmals in den Genuss, auf äußerst klapprigen Modellen aus Pappe und Eimern Probe zu liegen, bis die endgültige Vorlage ausgearbeitet war. Gemeinsam entschieden sie auch den Standort der Liegen.

Die Bewertungen

Fritz Dietsche, der KooBo-Projekte im Schulamtsbezirk Lörrach betreut, lobte, dass das nun realisierte Projekt weit über die Schulzeit der Akteure hinausreicht und wohl das höchst gelegene in ganz Baden-Württemberg sein dürfte. Bezugnehmend auf die bequemen Liegemöbel meinte Dietsche: "Eine gute Schule kann nur eingebettet in die Gemeinde fit für die Zukunft sein." An die Adresse der fünf Schüler sagte er: "Ich hoffe, dass ihr nach diesen Erfahrungen einen Beruf findet, der euch ausfüllt." Schulleiterin Birgitta Stephan dankte der Stadt Bonndorf für die Finanzierung: "Die beste Idee lässt sich ohne Geld nicht realisieren." Die geschätzten Kosten der Liegen belaufen sich auf jeweils 1500 bis 1800 Euro. Jörg Kühn, Fertigungsleiter von Eliquo Stulz, freute sich, dass die Schule auf das Unternehmen zugekommen ist, obschon "wir eher mit Abwasser als mit Tourismus zu tun haben". Im Bonndorfer Werk des Anlagenbauers entstanden die Edelstahlkonstruktionen der Himmelsliegen. Die benachbarte Firma Holzhaus Bonndorf fertigte die Eichenbretter.

Bürgermeister Michael Scharf dankte den Unternehmen ebenso wie allen an diesem Projekt Beteiligten. An die Adresse der Jugendliche sagte der Schultes: "Ihr seid hoffentlich die Garanten dafür, dass die Himmelsliegen so bleiben, wie sie sind und es keine Zerstörung geben wird." Martina Parrisius vom Fraunhofer Institut lobte die Schüler: "Ihr könnt richtig stolz auf das sein, was ihr geleistet habt." Die Projektmanagerin hofft trotz Änderungen hinsichtlich der Finanzierung von KooBo auf weitere sinnvolle Projekte in Sachen Berufsfindung. Den beteiligten Schülern half ihre Aufgabe in dieser Angelegenheit jedenfalls. Robin und Jason wollen Maurer, Björn Schreiner und Mirko Elektriker werden, Gianluca möchte beruflich etwas mit Tieren machen.

KooBo-Projekt

KooBo ist ein Projekt zur Förderung der beruflichen Orientierung und wird vom Europäischen Sozialfonds sowie der Regionaldirektion Baden-Württemberg und der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Schüler arbeiten mit außerschulischen Kooperationspartnern an der Lösung eines realen beruflichen Problems und erhalten auf diesem Weg einen Einblick in Berufe. Jahrgangsübergreifend lernen die Jugendlichen dabei eigene Fähigkeiten und Stärken, die für Berufsentscheidung hilfreich sein können.



Badische Zeitung v. 10.11.2016

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